Mitverantwortung für das Wohl der Menschheit

Wo beginnt unsere Mitverantwortung für das Wohl der Menschheit? „Wenn man nur einer unter mehr als sechs Milliarden Menschen ist, dann fällt es schwer einzusehen, was man mit den eigenen Aktionen bewirken sollte. Was kann man schon dazu beitragen, wenn man sich als einer unter so vielen verantwortlich verhält? Vor allem wenn die meisten anderen Menschen sich scheinbar nicht die Mühe machen Mitverantwortung zu übernehmen ... “.

Eine solche Haltung führt zu nichts! Wer Verantwortung abwälzt indem er sich auf “die meisten anderen Menschen“ beruft, der ist keinen Deut besser als jene gedankenlose Masse, die er selbst kritisiert!

In der Tat ist unsere Welt von einer Grausamkeit durchzogen, der man als Einzelner zunächst nur ohnmächtig gegenübersteht. Werte wie Nächstenliebe, Gerechtigkeit, das Recht auf Glück scheinen vor dem Angesicht des Stärkeren bedeutungslos. Doch darf das ein Grund sein dies hinzunehmen und diese Missstände gewähren zu lassen? Wer so denkt, beugt sein Haupt vor diesen widerlichen Gegebenheiten!

Mitverantwortung für das Wohl der Menschheit bedeutet nicht nur, dass man in die Rentenkassen einbezahlt und den Müll trennt. Es bedeutet vor allem nicht gleichgültig gegenüber den erbärmlichen Zuständen in dieser Welt zu sein und Farbe zu bekennen! Heutzutage kann man als einfacher Bürger auf verschiedenste Art und Weise Mitverantwortung übernehmen. Man kann sich unabhängig zu verschiedensten Themen informieren. Das Internet ist diesbezüglich eine wahre Weiterentwicklung. Man kann über das Konsumverhalten Mitverantwortung übernehmen. Als Verbraucher ist man in der Lage jene zu boykottieren, die unredliche Geschäfte machen und man kann jene unterstützen, die sich das Vertrauen verdienen. Es gibt genügend Möglichkeiten sich zu engagieren und seine Meinung zu vertreten. In politischen Initiativen kann man mit gleichgesinnten gegen Missstände zu Felde ziehen. Man kann an Demonstrationen und Kundgebungen Teil nehmen und offene Briefe an Politiker schreiben.

Obwohl die Möglichkeiten zu aktiver Mitverantwortung zahlreicher sind als je zuvor, so haben doch viele Menschen ein Gefühl der Ohnmacht. Die Welt scheint aus den Fugen geraten. Expansionswahn und Großmannssucht scheinen alles ersticken zu wollen. Das Wohl der Menschheit ist zu Gunsten des Reichtums einiger Weniger zurückgetreten. Im Jahr 2005 kontrollierten die mächtigsten 500 Konzerne dieser Welt 52,8% des Bruttosozialproduktes! Was sagt denn ihr Gerechtigkeitsempfinden als mündiger Bürger von Welt dazu?

Sollten solche ungerechten Zustände nicht eher zur Tat drängen, als dazu den Schwanz einzuziehen? Aber wir können es uns ja leisten den Schwanz einzuziehen. Wir haben genug zu essen – ja wir haben sogar lauter Dinge, die wir nicht mal brauchen (Playstation 3, das neueste Handy, Marken-Unterhosen, Car Insurance). Für uns besteht keine Notwendigkeit, uns aufzulehnen und die Missstände offen an den Pranger zu stellen. Ist es da nicht scheinheilig so zu tun, als ob wir keine Mitverantwortung für das Wohl der Menschheit übernehmen könnten? Ist es nicht eine faule Ausrede unsere eigene Verantwortungslosigkeit mit der Anwesenheit von 6 Milliarden anderen Menschen zu rechtfertigen?

Wenn einer ein Recht hat sich wahrhaftig ohnmächtig zu fühlen, dann ist es beispielsweise der Afrikaner, der ins Elend geboren wird, im Elend aufwächst und durch das Elend sterben wird. Er hat (im Gegensatz zu uns) kaum eine Wahl.