Was ist Verantwortung?
Wir alle haben
Verantwortung auszuüben. Wer als wirklich verantwortungsbewusst gelten möchte, wird schnell merken, wie viel
Verantwortung das ist. Man könnte theoretisch sagen, dass Verantwortung drei Ebenen hat: Eine individuelle Ebene,
eine soziale Ebene und eine gesellschaftliche Ebene.
Die individuelle Verantwortung bezeichnet unsere Verantwortung gegenüber uns selbst. Durch unseren Lebenswendel
haben wir es in der Hand, ob wir gesund leben oder nicht. Wenn wir Verantwortung für uns übernehmen dann bestreiten
wir unser Leben auch in widrigen Zeiten. Wir schaden uns selber nicht fahrlässig oder willentlich und wir leben
bewusster. Das betrifft sowohl unseren Umgang mit uns selbst als auch den Umgang mit den Gütern, die wir besitzen
und die uns gehören. Disziplin, Tüchtigkeit, Integrität und Zielstrebigkeit können als Eigenschaften, im Sinne
individueller Verantwortung, angesehen werden.
Die soziale Verantwortung dehnt den Bereich unserer Verantwortlichkeit auf unsere Mitmenschen aus. Das beginnt bei
der Familie, geht über zu den Freunden und hört auf bei allen Menschen, mit denen wir zu tun haben. Wer auch in
sozialer Instanz Verantwortung ausübt, der kümmert sich um seine Nächsten und übernimmt Verantwortung gegenüber
allen Schutzbefohlenen (den eigenen Kindern beispielsweise). Das Eigentum anderer wird. Werte wie
Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Ehrlichkeit sind Ausdrucksformen sozialer Verantwortung.
Die gesellschaftliche Verantwortung bezeichnet unsere Verantwortung als Individuum gegenüber der Gesellschaft. Wir
achten die Gesetze und Regeln des gesellschaftlichen Lebens, solange diese vernünftig und gerecht sind, und halten
sie ein. Durch unsere Tugenden der Eigenverantwortlichkeit und unsere Bereitschaft Anderen – im Sinne der sozialen
Verantwortung - zu helfen, entlasten wir die Gesellschaft, sind ihr ein Vorbild und üben dadurch auch indirekt
gesellschaftliche Verantwortung aus. Auch der verantwortungsbewusste Umgang mit Macht stellt ein Element
gesellschaftlicher Verantwortung dar. Zivilcourage, Gesetzestreue, kritisches Hinterfragen und Engagement sind
Tugenden, die man vor allem im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortung interpretieren kann.
Diese Modell ist natürlich sehr skizzenhaft. Es verdeutlicht aber sehr gut wie fließend die Übergänge zwischen den
verschiedenen Ebenen sind. Außerdem ist dieses theoretische Konstrukt gedanklich wie eine Säule zu betrachten,
wobei individuelle Verantwortung das Fundament bildet. Denn wer nicht in der Lage ist sein Leben in
Eigenverantwortlichkeit zu gestalten und zu meistern, der wird auch nicht imstande dazu sein, nennenswert soziale
Verantwortung zu übernehmen; geschweige denn gesellschaftliche Verantwortung.
Daher stellt sich natürlich die Frage, inwiefern der heutige Lebenswandel in den Wohlstandsgesellschaften ein
verantwortungsbewusster ist. Die Tendenz geht traurigerweise dahin, dass das moderne Gesellschaftssystem zu einem
Mangel an Verantwortungsbewusstsein neigt. Das durchzieht natürlich alle Ebenen auch die Versicherungen (Car
Insurance). Die Eigenverantwortlichkeit vieler Menschen leidet darunter, dass man zu einem Lebenswandel erzogen –
mitunter auch leider gezwungen wird – der nur noch aus Arbeitsleben und fauler Freizeit besteht. Die Zeit, die man
an andere Stelle ständig zu sparen versucht, wird oftmals unproduktiv totgeschlagen. Der Mensch ist Konsument und
Arbeitstier im Wechselschichtdienst. Als Konsument beschäftigt man sich überwiegend mit Nichtigkeiten. Das können
z. B. billige Seifenopern im Fernsehen oder Videospiele sein. Das läuft darauf hinaus, dass viele Menschen eher
ungesund leben und zu einem in sich gekehrten Lebenswandel neigen. Sie nehmen wenig Anteil an den Geschicken vieler
Mitmenschen. Die Geschicke der menschlichen Gesellschaft interessieren sie nicht. Dadurch wird eine wahrhaft
verantwortungsbewusstes Geisteshaltung verhindert. Stattdessen ist das Verhalten von Oberflächlichkeit und
relativer Belanglosigkeit geprägt.
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